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Steffen Schwarz

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Rehabilitation

Die 1. Phase ist die Entzündungsphase

 

Das erste Thema über das Ich schreiben möchte ist die akute Verletzung. Ich werde es versuchen so einfach wie möglich zu schreiben ohne großes Fachchinesisch :-)

 

Als Erstes entsteht die Verletzung des Gewebes. Hier entscheidet der Körper binnen von Sekunden in wie weit er die Blutgefäße schließt um keine zu großen Einblutungen zu bekommen. Das sollten wir in der Regel (Ausnahmen große Schnittwunden, offene Brüche usw..) den Körper auch allein entscheiden lassen und uns dort nicht mit Eis einmischen. Eis sollte hier nur in den ersten Sekunden bis Minuten zur Dämpfung der Schmerzen genutzt werden. Auch sollte keine Kompression zur Verhinderung der Schwellung direkt nach der Verletzung angelegt werden. Ich weiß, dass dies sehr konträr zu dem ist was zu 90% noch gelehrt wird, geht man jedoch nach der Gewebephysiologie und der Gewebswissenschaft, dann sollte man den Körper erst einmal allein arbeiten lassen! Die Schwellung die entsteht ist a) ein Stück Eigenschutz unseres Körpers, um die Bewegungen zu begrenzen, die noch mehr Schaden anrichten würde und b) sind im Wundwasser der Schwellung viele Enzyme die dabei helfen Informationen über die Verletzung zu sammeln, um den Körper bei der Gewebsregeneration zu helfen. Es sollte nur ein Tape oder eine Bandage zum Schutz von zu großer Instabilität z.B. nach Bandverletzungen angelegt werden.

 

Sekunden nach der Verletzung leitet unser Körper die Entzündungsphase ein, die ca. 3 -5 Tage dauern kann. Hier werden Enzyme wie Substance P, Histamin, Prostaglandine usw... ausgeschüttet. Hier sollten wir auch sehr vorsichtig mit schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln sein (Ibuprofen, Voltaren, Asperin usw..), da der Schmerz uns ganz genau zeigt wie weit und wie viel wir uns bewegen dürfen. Missachten wir diese Grenze besteht die Gefahr, dass wir die Fasern erneut verletzen. Zum Zweiten hemmen sie Enzyme die zwar Entzündungszeichen hervorrufen aber auch sehr wichtig für die Wundheilung sind. Hier sind es vor allem die Prostaglandine E2 (PGE2). Im Falle von zu großen Schmerzen könnte man alternativ auf Schmerzmittel wie Paracetamol zurückgreifen. Diese Art von Schmerzmittel haben keinen negativen Einfluss auf die Gewebeheilung, da sie direkt im Schmerzzentrum des Gehirnes wirken. Auch kurze Eisanwendungen von bis zu ca. 2 Minuten könnte man hier zur Schmerzlinderung durchführen. Aber wie gesagt zur Schmerzlinderung und nicht zum Abschwellen :-). Zu lange Eisanwendungen behindern sogar das Abschwellen. Durch das zu kalt werden des Gewebes verlangsamt sich der Stoffwechsel wodurch der Sauerstoffaustausch gestört wird. Zum Anderen besteht die Gefahr, dass zu lange Eisanwendungen die Lymphkapillaren (Gefäße, die die Lymphflüssigkeit aufnehmen) beschädigen.

 

Ihr solltet sofern es möglich ist von Anfang an versuchen die verletzte Struktur im schmerzfreien Bereich zu bewegen. Haltet ihr diese Struktur zu lange ruhig baut der Körper sehr schnell die Matrix (Grundsubstanz) ,dass sind Eiweiß- und Kohlenhydratketten, im entsprechenden Bindegewebe ab. Dadurch wird das Gewebe noch instabiler und unbelastbarer. Eine gute Orientierung ist es hier, wenn ihr 10 - 15 mal aktiv in die Bewegung rein bewegt die eingeschränkt ist und das ganze drei mal hintereinander mit einer Pause von ca. 45 - 60 Sekunden wiederholt. Achtet aber hier darauf das ihr nur bis zur Schmerzgrenze geht, da sonst die Gefahr besteht die Strukturen zu überfordern. Das solltet ihr alle 1 - 2 Stunden, wenn es die verletzte Struktur zulässt, wiederholen. Sobald ihr es schafft schmerzfrei zu stehen solltet ihr mit dem Stabilitäts- und Koordinationstraining anfangen. Hierzu werde ich euch demnächst einige Übungen zur Verfügung  stellen. Meistens ist schon das Stehen auf einem Bein am Anfang sehr schwierig. Wenn ihr das schafft dann versucht es mal mit Augen zu oder mit einer Kopfdrehung dabei ;-). Versucht auch so schnell wie möglich wieder in eurem normalen Gangmuster zu gehen.

 

Zum Abschluss sollte noch gesagt werden, dass die Reaktionen der Entzündungsphase bei jedem gleich ist  aber die Dauer bei jedem individuell abläuft. Auch sollte jede Verletzung individuell betrachtet werden ein Bänderriss am Sprunggelenk kann bei Parson A  anders verlaufen als bei Person B.

 

Nach ca. 5 Tagen geht die Entzündungsphase langsam in die Proliferationsphase (Gewebsaufbauphase) über und ihr könnt in der Regel mit dem Gewebsaufbautraining beginnen.

 

Hierzu aber mehr in meinem nächsten Beitrag

 

Und hier noch als Nachtrag die Regenerations- und Anpassungszeiten (Turn over) des Bindegewebes in den verschiedenen Strukturen:

Schleimhaut: 48h
Synovia: (Gelenkschmiere) 3 Wochen
Sehnen: 300 - 500 Tage
Knochen: 6 Wochen
Muskeln: 5 Tage (nach harten Training)

Die 2. Phase ist die Proliferation

 

So jetzt hab ich mal die kleine Sommerpause und das schlechte Wetter genutzt und für euch das zweite Thema zusammengefasst . Hier geht's  um die 2. Phase der Regeneration, "die Proliferation".

 

Hier beschäftigt sich unser Körper vor allem mit der Ansammlung von Makrophagen ,das Einwachsen von Fibroblasten, die Ablagerung von Bindegewebe und extrazellulärer Matrix und die Angiogenese. Diese Phase beginnt ungefähr am 2 -3 Tag nach der Verletzung und dauert ca. bis zum 21 Tag.

 

Makrophagen:

zählen zu den Fresszellen (Phagozyten) und sind Leukozyten (weißeBlutkörperchen) sie sind dafür verantwortlich,das verletzte Gewebe aufzunehmen und abzutransportieren

                                                              

Fibroblasten:                 

sind bewegliche, im Bindegewebe vor kommende Zellen, die nach derReifung zu Fibrozyten bewegungsunfähig werdenIhre Aufgebe besteht in der Synthese (Herstellung) vonMatrix-Komponenten, Kollagensynthese, Enzymsyntese usw...

 

Matrix:                              

ist der Anteil des Bindegewebes, der zwischen den Zellen, im sogenannten Interzellularraum liegt. Sie bestehen aus  Fasern (Kollagene und Elastische),Grundsubstanz ( Glykosaminoglykane und Proteoglykane ( auf deutsch Eiweiß- Kholenhydratketten ;-) ), Nichtkollagen Proteine, Wasser

 

Angiogenese:                  

bezeichnet man als Wachstum von Blutgefäßen

 

Fasern:                               

sie lassen sich in kollagene- und elastische Fasern Einteilen. Kollagen bedeutet übersetzt leimbildend. Kollagen ist nach Wasser die zweitgrößteKomponente des Bindegewebes. Es repräsentiert ca. 30% unseresKörpereiweißes.Die wichtigsten Kollagentypen sind die Typen, I, II,III und IV: Sie machen 90% der Kollagene, von den derzeit gefundenen XXVIII, in unseren Bindegewebeaus.

 

Typ I:                                   

macht ca. 80% aller Kollagene aus. Man findet ihn in allen Geweben die unter Zugbelastung  stehen. Wie Kapsel, Bänder, Aponeurosen (Sehnenplatten), Sehnen, intramuskuläres und intraneurales Bindegewebe und Knochen. Teilweise auch in Menisken, Disken und Bandscheiben. Die Synthese(Herstellung) erfolgt durch Fibroblasten, Osteoblasten (Knochen bildende Zellen ) und Odontoblasten ( kommen im Zahn vor ;-))

 

Typ II:                                  

diesen Typ finden man in allen Geweben, die regelmäßig  Druckbelastungen ausgesetzt sind. Dazu gehören Knorpel und Teile der Bandscheibe, Menisken und Disken. Die Synthese dieses Typs erfolgt durch Chondroblasten (Vorläuferzellen  der Knorpelzellen)

 

Typ III:                                

Man findet es in der Haut und Unterhaut, in synovialen Membranen sowie innerhalb und zwischen inneren Organen.  Außerdem findet man es in allen Geweben, in denen gerade eine Wundheilung stattfindet. Die Synthese erfolgt durch Fibroblasten und Myofriboblasten.

 

Typ IV:                                

Dieses Kollagen findet man in Zellmembranen und Basalmembranen der Gefäße und der Haut . Zusätzlich in den Basalmembranen innerhalb des Nerven- und Muskelgewebes. Die Basalmembran dient im Nervengewebe alsIsolationsschicht und trennt im Muskel das eigentliche Muskelgewebe vomBindegewebe. Die Synthese erfolgt durch Fibroblasten, Epithel- undEndothelzellen.

 

Und was heißt das alles nun für euch ? ;-) ;-) ;-)

Ihr solltet alles dafür machen um diesen Vorgang zu unterstützen!!!


Das heißt ihr solltet euch mit der eingeschränkten Bewegung der verletzten Struktur so verhalten wie in der Entzündungsphase.

(((Eine gute Orientierung ist es hier, wenn ihr 12 - 15 mal aktiv in die Bewegung rein bewegt die eingeschränkt ist und das ganze drei mal hintereinander mit einer Pause von ca. 45 - 60 Sekunden wiederholt. Achtet aber hier darauf das ihr nur bis zur Schmerzgrenze geht, da sonst die Gefahr besteht die Strukturen zu Überfordern. Das solltet ihr alle 1 - 2 Stunden, wenn es die verletzte Struktur zulässt, wiederholen. Sobald ihr es schafft schmerzfrei zu stehen solltet ihr mit dem Stabilitäts- und Koordinationstraining anfangen.)))


Ihr könnt jetzt auch schon, sobald es schmerzfrei möglich ist und die Belastbarkeit es zulässt, mit dem Training anfangen.  Hier solltet ihr mit einer Wiederholungszahl zwischen 12 - 15 WH arbeiten und ein Gewicht wählen das eure Muskulatur nicht ermüdet (underloaded). Es geht bei diesem Training in dieser Phase um den optimalen Sauerstofftransport , der Fibroblastenaktivität und der Bewegungskoordination.

 

Dies könnt ihr abwechseln mit einer Wiederholungszahl zwischen 6 - 8 WH. Auch hier wieder underloaded, hier ist die Bewegungsgeschwindigkeit wichtig. Die lautet 8/3/1 das ist 8 Sekunden exzentrisch, 3 Sekunden  Halten und 1 Sekunde Konzentrisch z.B. bei Kniebeuge 8 sec geht ihr nach unten, 3 sec haltet ihr in eurer tiefst möglichsten Position und 1 sec geht ihr wieder nach oben. Dieses Training nennt sich IGF - Training und stärkt vor allem die passiven Strukturen wie Sehnen, Bändern und Kapseln.  (IGF ist ein Wachstumshormon das durch dieses Training vermehrt ausgeschüttet wird)

 

Jetzt noch mal die Ziele in dieser Phase zusammengefasst:

- stimulieren der Fibroblastenaktivität zur Matrixsynthese

- wiedererlangen des physiologischen Bewegungsmusters

- Verbesserung des Bewegungsausmaßes (ROM)

- Verbesserung der Sensibilität  (Propriozeptions Training)

-  Verbessrung der Belastbarkeit der verletzten Struktur (Training)

- keine Ermüdung der Struktur beim Training

 

Auch hier ist wieder oberste Priorität das jede Verletzung individuell betrachtet werden muss und die Belastung und die erlaubte Bewegung von der verletzten Struktur bzw. der Op - Technik abhängt.

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